Türkische PolizistInnen bei deutschen Freunden und Helfern?
Vorschlag der Deutschen Polizeigewerkschaft zur Unterstützung in ‘Problemvierteln’
Erich Rettinghaus, Landesvorsitzender der Polizeigewerkschaft (DPolG) aus Nordrhein-Westfalen, hatte sich mit dem Vorschlag, in migrantisch geprägten ‘Problemvierteln’ in Deutschland die Hilfe von türkischen PolizeikollegInnen in Anspruch zu nehmen, vorgewagt. Es sei nicht sinnvoll, die Augen davor zu verschlieβen, dass es speziell mit Menschen „mit Migrationshintergrund" Probleme gebe und etwa letzteren kriminalstatistisch nicht zu erheben. Seiner Vorstellung nach sollen türkische PolizistInnen in ihren eigenen Uniformen gemeinsam mit deutschen KollegInnen auf Streife gehen; auch einen Austausch in Fragen der Arbeit mit Intensivtätern und eine wissenschaftliche Begleitung des „Versuchs” hatte Rettinghaus angedacht.
Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) äuβerte Kritik am Vorschlag Rettinghaus’. "Hoheitliche Gewalt sollte wegen des Gewaltmonopols des Staates in Deutschland nur von deutscher Polizei ausgeübt werden", sagte Körting am Donnerstag. Er verwies stattdessen auf die Berliner Praxis, die interkulturelle Kompetenz des öffentlichen Dienstes und der Polizei durch verstärkte Einstellung von BewerberInnen aus Zuwandererfamilien ansteigen zu lassen. Unter den Neueingestellten befänden sich inzwischen acht bis zehn Prozent BeamtInnen mit Migrationshintergrund.
Die DPolG, der Rettinghaus vorsteht, vertritt 80.000 bei der Polizei Beschäftigte, die im GDB organisierte konkurrierende Gewerkschaft der Polizei (GdP) 170.000.
Welt Online/ DiePresse.com/wikipedia/Arbeitswelt.net