24 Juni 2011, Freitag

FRAUENINITIATIVE LEGT ENTWURF VOR

Für eine DİSK-Satzung ohne geschlechtliche Diskriminierung

Mit einer Presserklärung am Istanbuler Taksim-Platz stellte die ‘Fraueninitiative gegen männliche Vorherrschaft in den Gewerkschaften’ den Entwurf einer erneuerten Satzung für den Gewerkschaftsverband DİSK vor.

Vertreterinnen der 'Fraueninitiative gegen männliche Vorherrschaft in den Gewerkschaften' haben sich am Donnerstag, den 23. Juni, mit einer Presserklärung auf dem zentralen Istanbuler Taksim-Platz an die Öffentlichkeit gewandt. Der Initiative gehören sowohl gewerkschaftlich aktive, gewählte als auch professionell bei Gewerkschaften beschäftigte Frauen sowie unabhängige Aktivistinnen an. Sie setzt sich seit längerem für die Verankerung von Massnahmen gegen sexuelle Gewalt und Belästigung, Schutz vor Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und eigenständigen frauenpolitischen Organen in den Gewerkschaften ein. Mit ihrer Presserklärung stellte die Kommission den Entwurf  einer erneuerten Satzung für den Gewerkschaftsverband DİSK vor, indem u.a. Antidiskriminierungsbestimmungen, Sanktionen gegen sexualisierte Gewalt sowie die Gründung und Budgetierung von Frauenstrukturen vorgesehen sind.

VERNETZUNG GEGEN GEWALT UND DISKRIMINIERUNG

Der Entwurf ist Ergebnis eines seit längerem begonnenen Diskussions- und Vernetzungsprozesses von Frauen in und um Gewerkschaften und wird von insgesamt 43 über die Türkei verteilten Organisationen und Gewerkschaftsgremien unterstützt, darunter schwullesbische Gruppen sowie Fraueninitiativen in Berufsverbänden und linken Parteien. Insbesondere Vorfälle von sexueller Gewalt und Belästigung, die in Gewerkschaften und Verbänden wiederholt gegen die Opfer ausgetragen wurden, hatten die Vernetzungsbemühungen beschleunigt.

GESPRÄCH MIT DİSK-GENERALSEKRETÄR

Auf die Presseerklärung folgend begab sich eine Delegation von Frauen zur Zentrale der DİSK, wo ein Termin mit deren Generalsekretär Tayfun Görgün vereinbart worden war. Ihm wurde der Satzungsentwurf persönlich übergeben. In einem von beiden Seiten als produktiv erachteten einstündigen Gespräch wurden Möglichkeiten der Bekanntmachung des Entwurfs in Gewerkschaftsgremien und Einzelgewerkschaften, der Angleichung an ILO-Standards sowie allgemeine Probleme der Verankerung von frauenpolitischen und geschlechtergerechten Forderungen in der Gewerkschaftsarbeit erörtert. Görgün sicherte hier sein persönliches Engagement zu. Die Initiative versteht ihren Entwurf als beispielgebend für vergleichbare Ansätze auch in anderen Verbänden wie dem Verband der Gewerkschaften öffentlich Bediensteter KESK oder der Türk-İş.

ED/ CT