16 Juli 2010, Freitag

Internationale Unterstützung für UPS-Beschäftigte

Internationale Unterstützung für UPS-Beschäftigte

Die internationale Solidarität für die seit 71 Tagen Widerstand leistenden UPS-Arbeiter und Arbeiterinnen in der Türkei steigt an.

Die internationale Solidarität für die seit 71 Tagen Widerstand leistenden UPS-Arbeiter und Arbeiterinnen in der Türkei steigt an. Die 119 Beschäftigten waren entlassen worden, nachdem sie sich bei der Gewerkschaft TÜMTİS organisiert hatten. Inzwischen haben sie Zelte vor der USP-Niederlassung in Mahmutbey aufgestellt. Dort wurden sie von Gewerkschafts- und AbgeordnetenvertreterInnen besucht.

Um ihre Unterstützung für den Kampf der entlassenen UPS-ArbeiterInnen auszudrücken, haben sich Harald Voilt (ITF-Zuständiger für internationale Kampagnen sowie verantwortlich für den Bereich UPS beim Österreichischen Gewerkschaftsbund/Vida), Sylvia Gabelmann in Vertretung des LINKE-Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko, sowie Selahattin Yıldırım für die deutsche Gewerkschaft NGG auf den Weg in den Istanbuler Vorort gemacht.

Auch leitende VertreterInnen der sozialdemokratischen CHP, der Sozialistischen Partei der Unterdrückten (Ezilenlerin Sosyalist Partisi, ESP) und der Gewerkschaft Tekstil-Sen nahmen an der Veranstaltung teil. Gürel Yılmaz, Generalsekretär der Gewerkschaft TÜMTİS, betonte in seiner Ansprache, wie bedeutend Solidaritätsbekundungen auf internationaler Ebene für den Erfolg des Arbeitskampfes bei UPS seien.

“UNS KÖNNT IHR KEİNE ANGST MACHEN”

An die UPS-Leitung gewandt, stellte Yılmaz klar: “Mit Entlassungen,Bedrohung von Gewerksschaftsvertretern, mit Interventionen durch die Sicherheitskräfte, mit der Einstellung von Leiharbeitern lässt sich dieses Problem nicht lösen. Der einzige Weg dazu ist die Kontaktaufnahme mit unserer Gewerkschaft. Stellt den Arbeitsfrieden sicher, erkennt unsere Gewerkschaft an, und behindert nicht die Arbeit unserer Mitglieder. Sonst wird UPS als international als Feind der Arbeitenden im Gedächtnis bleiben. Uns könnt ihr keine Angst machen. Wir werden diesen Kampf mit unseren Mitgliedern gemeinsam weiterführen, bis sie wieder an ihren Arbeitsplätzen sind”.

“EUER KAMPF IST AUCH DER UNSERE”

Die in Vertretung des Europaratsmitglieds und Bundestagsabgeordneten Andrej Hunko angereiste Sylvia Gabelmann unterstrich:„Während in ganz Europa Gewerkschaftsrechte als grundlegende Rechte gelten, gibt die hiesige Situation allen Grund zum Protest. Wir rufen die Polizei auf, von ihrem gewalttätigen Vorgehen gegen die Arbeitenden abzulassen, und das Polizeipräsidium sowie den Gouverneur von Istanbul dazu, sich neutral zu verhalten.‟

Harald Voigt, aus Österreich für die Gewerkschaft vida angereist, bezeichnete in seiner Rede die Vorgehensweise der Firmenleitung als Menschenrechtsverletzung. „Die Probleme der Arbeitenden hier mit der Leitung bedeuten auch für uns die Notwendigkeit zum Kampf. Auch wir bemühen uns seit 71 Tagen, euren Kampf hier bekannt zu machen. Wir haben uns an die Presse gewandt, wir haben Briefe an die Botschaft geschickt.”

Auch Selahattin Yıldırım von der Gewerkschaft NGG berichtete von Unterstützungsaktivitäten. “Seit 71 Tagen versuchen euren Widerstand von Europa aus zu stärken und internationale Unterstützung herzustellen. Seit Tagen gehen dem Arbeitsminister und dem Gouverneur aus verschiedenen Ländern Protestschreiben zu. Die Polizei greift euch mithilfe der von euch gezahlten Steuern an. Aber all dies und auch die Diffamierungsversuche gegen die TÜMTİS sind vergebens, wie international bekannt.” In Richtung des Polizeidirektors verlautete Yıldırım, “kein Staat, der auf dem Recht der ArbeiterInnen trampelt, wird niemals sich demokratisch nennen können”.

Die entlassenen Arbeiter nahmen mit ihren Angehörigen an der Veranstaltung teil und riefen Slogans wie „Der Druck wird uns nicht brechen, UPS wird gewerkschaftlich organisiert, sonst nichts!”, “Hoch die internationale Solidarität”, “Die Gekündigten zurück an ihre Arbeitsplätze”, und “Hoch die Klassensolidarität!”