27 August 2010, Freitag

WIDERSTAND BEI UPS:

Aufruf der ITF zur Unterstützung der UPS-Arbeiter am 1. September

Die Entscheidung zum Aktionstag am 1. September fiel auf einen auf einen Dringlichkeitsantrag hin, der während des 42. ITF-Kongresses vom 3. bis 11. August in Mexiko City gestellt wurde.

Die Internationale Transportarbeitergewerkschaft ITF hat den 1. September zum Aktionstag zur Unterstützung der kämpfenden UPS-Arbeiter in der Türkei erklärt. Die betreffenden Arbeiter hatten sich gewerkschaftlich organisiert und waren daraufhin entlassen worden. Ihr Widerstand dauert mittlerweile seit 111 Tagen an; GewerkschafterInnen aus 154 Ländern haben zum Aktionstag aufgerufen.

Zentrale Forderungen sind die Wiedereinstellung der 157 Arbeiter und die Anerkennung der Transportarbeitergewerkschaft TÜMTİS als Vertretung an allen UPS-Arbeitsplätzen. Unter dem Slogan „UPS, fahr für Gerechtigkeit, nicht für Unrecht!‟ werden in 154 Ländern, in denen ITF-Mitgliedsgewerkschaften organisiert sind, Aktionen stattfinden.

Zahlreiche ausländische Gewerkschaften und Abgeordnete des Europaparlamentes haben sich bisher mit dem Kampf der UPS-Arbeiter in der Türkei solidarisiert. Im Rahmen des Aktionstages wird dieser Solidarisierungsprozess mit Aktionsformen wie Arbeitsniederlegungen, Arbeitsverzögerungen und Protestmärschen fortgesetzt werden. Auch der Gewerkschaftsverband Türk-İş hat seine volle Unterstützung zugesagt. In einer vor kurzem vorgelegten Erklärung ruft der Türk-İş-Vorstand die Mitgliedsgewerkschaften zur Unterstützung des UPS-Widerstands und des Aktionstages auf. Am 1. September wird mit Beginn um 11 Uhr vor der Medizinischen Fakultät Capa ein Demonstrationszug zum UPS-Zentrum stattfinden.

Sollte der globale Aktionstag nicht zu Ergebnissen führen, so sollen am 15. September ein weiteres Mal kraftvolle Aktionen stattfinden.

Die Erklärung der ITF lautet wie folgt:

"UPS, fahr für Gerechtigkeit, nicht für Unrecht!

Der Arbeitskonflikt

Die ITF wurde darüber informiert, dass eine von der türkischen ITF-Mitgliedsgewerkschaft TÜMTIS initiierte Organisierungsinitiative eine Welle zunehmend aggressiven Verhaltens gegen das UPS-Fahrpersonal in der Türkei auslöste. Nachdem in der vergangenen Woche im Rahmen des 42. ITF-Kongresses in Mexico City ein diesbezüglicher Dringlichkeitsantrag einstimmig verabschiedet wurde, möchte die ITF nun die ihr angeschlossenen Gewerkschaften in aller Welt dazu aufrufen, am 1. September 2010 Aktionen in Solidarität mit türkischen UPS-Beschäftigten zu organisieren. Falls ihr weitere Informationen benötigt, setzt euch bitte mit Mac Urata in Verbindung (Email: urata_mac@itf.org.uk).

Die ITF gewährt der Gewerkschaft TÜMTIS in ihrem Konflikt mit UPS uneingeschränkte Unterstützung. Die Föderation gab bereits in Schreiben an den Chief Executive Officer von UPS, an das UPS-Management in der Türkei und an den türkischen Ministerpräsidenten ihrer Besorgnis über die Vorfälle Ausdruck - diese Schreiben blieben jedoch bislang unbeantwortet. Darüber hinaus übermittelten Gewerkschaften aus allen Teilen der Welt Solidaritätsbotschaften an TÜMTIS und internationale Gewerkschaftsdelegationen besuchten die Streikpostenketten vor UPS-Niederlassungen in der Türkei. Wir bitten die angeschlossenen Gewerkschaften, das Management ihrer örtlichen UPS-Niederlassung zu kontaktieren und es aufzufordern, sich noch vor dem Aktionstag im Hinblick auf eine möglichst umgehende Lösung des Arbeitskonflikts in der Türkei an die UPS-Hauptverwaltung in Atlanta (USA) zu wenden.

Bankverbindung
EUROPEAN TRANSPORT WORKERS' FEDERATION
KBC Bank
Rue d'Arenberg 11
B-100 Brussels
IBAN: BE93 4300 3866 2167
SWIFT: KREDBEBB

Bitte unterrichtet uns über eure Aktivitäten.

Die ITF ruft dazu auf, eine Person zu bestimmen, die für die Berichterstattung uns gegenüber und die Kommunikation mit uns verantwortlich ist. An diese werden Informationen über die Kampagne gesandt. Wir werden uns mit dieser Person in Verbindung setzen, um Aktualisierungen in Echtzeit von TÜMTİS und anderen ITF-Gewerkschaften weltweit verschicken zu können.

Hintergrund

Wie ihr wissen werdet, hat TÜMTİS in den letzten Monaten Schritte zur gewerkschaftlichen Organisierung bei UPS-Standorten in der Türkei unternommen. Seit November 2009 wurden in Ankara, Izmir und Istanbul mehr als 150 Arbeiter entlassen, ohne dass die gesetzlich vorgeschriebenen Prozeduren abgeschlossen worden wären. Alle entlassenen Arbeiter sind entweder gewerkschaftlich organisiert oder sympathisieren mit der Gewerkschaft. Nach den Informationen, die der ITF vorliegen, sind die verbleibenden Arbeiter anhaltend Belästigungen ausgesetzt, die sie davon abhalten sollen, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Einige wurden sogar dazu genötigt, wieder aus der Gewerkschaft auszutreten.

Mit der Meldung über einen Subunternehmer von UPS, der am 2. Juli vor einem Notariatsbüro in Izmir eine Waffe gezogen und das Feuer eröffnet hatte, hat der Konflikt eine neue Stufe erreicht.

Weiterführende Informationen über den Konflikt sind zu finden unter:"

http://www.itfglobal.org/solidarity/UPSTurkey.cfm