21 Mai 2010, Freitag

28 MINENARBEITER TOT

Öffentliche Erklärung Erdoğans führt zu Protesten

Wie Taner Yıldız, Minister für Energie und natürliche Ressourcen, erklärte, wurden nach der Dampfexplosion in der Kohlenmine von Karadon nahe Zonguldak von 30 vor drei Tagen eingeschlossenen Minenarbeitern inzwischen 28 tot aufgefunden; zwei werden nach wie vor vermisst, eine Überlebenshoffnung besteht jedoch nicht mehr. Die Bergungsarbeiten dauern an.

“Alle Arbeiter sind erstickt”, teilte der Minister den Reportern mit. Die Explosion hatte sich am Montag ereignet. Trotz sofort begonnener Rettungsarbeiten konnte eine Kontaktaufnahme mit den Eingeschlossenen nicht bewerkstelligt werden. Auf die Erklärung des Ministers hin brachen Angehörige der Arbeiter in Tränen aus.

Premierminister Recep Tayyip Erdoğan traf gestern in Zonguldak ein und gab folgende öffentliche Stellungnahme ab:


"Diese Region ist an solche Vorfälle gewöhnt. Wenn wir 20 Jahre zurückblicken bis auf die Zeit Anfang der 1990er, dann sehen wir, dass Zonguldak viele solche Ereignisse erlebt hat. Auch ich bin in den Schacht hinuntergestiegen und habe das Fasten mit ihnen gebrochen. Ich habe gesehen, wie sie dort 2000 Meter unter der Erde arbeiten. All dies liegt im Schicksal dieses Berufes. Meine Kollegen, die in diesen Beruf einsteigen, wissen dass solche Sachen passieren werden. Die Väter und Brüder der Kinder hier werden verrentet, und die Kinder fangen die gleiche Arbeit an. Wir tun, was wir können, aber wenn euch jemand einen genauen Tag sagt, glaubt nicht daran. Wir bemühen uns, diese Sache so schnell wie möglich zum Ende zu bringen. Unser erstes Ziel ist es, unsere 30 Kollegen zu retten, dann werden wir die Gründe für den Unfall herausfinden. Ich habe meine Kollegen vom Ministerium angewiesen, nicht eher abzureisen, als bis das hier zu Ende ist."

Familienmitglieder der Minenarbeiter und EinwohnerInnen von Karadon begegneten dieser Erklärung mit Protesten. Erdoğan beschuldigte sie daraufhin als Provokateure. Im Zuge der Proteste wurden zwei Personen verhaftet und eine verletzt.

Die Verantwortlichen ermitteln derzeit, ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden, was bei vorangegangenen Minenunfällen in der Türkei häufig der Fall war. Das Unglück von Karadon ist der dritte derartige Unfall in sechs Monaten. Die dortige Minengesellschaft ist eine Tochter der staatlichen Steinkohlegesellschaft der Türkei TTK. Diese ist somit verantwortlich; sie arbeitet allerdings mit privaten Subunternehmungen.

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